28. Juli
Zwei Wochen Outward Bound in Norwegen
Rucksack, Zelt und jede Menge Abenteuer
Outward Bound gehört zum Fahrtenkonzept des Birklehofs und geht auf die Ideen unseres Gründers Kurt Hahn zurück. Dabei geht es nicht nur darum, eine schöne Reise zu machen oder möglichst viele Kilometer zu wandern. Es geht auch darum, selbstständiger zu werden, sich selbst besser kennenzulernen und gemeinsam als Gruppe Herausforderungen zu meistern.
Vor unserer Abreise nach Norwegen waren wir alle ziemlich aufgeregt. Zwei Wochen mit Rucksack und Zelt unterwegs zu sein, klang zwar nach einem großen Abenteuer, aber wir wussten natürlich auch, dass es anstrengend werden würde. Besonders eine Frage beschäftigte uns vorher: Würde es die ganze Zeit regnen?




Norwegen: Berge, Seen und Rentiere
Zum Glück hatten wir mit dem Wetter fast immer gute Karten. Wir konnten die wunderschöne norwegische Landschaft mit ihren Bergen, Seen und Flüssen erleben und an vielen Tagen sogar baden gehen. Aber nicht nur die Landschaft war beeindruckend. Manche Gruppen hatten sogar das Glück, einen Elch zu sehen. Andere begegneten Rentieren oder anderen Tieren. Und manchmal musste man sich eben mit Rentierspuren der etwas anderen Art zufriedengeben.
Gemeinsam unterwegs – und selbstständig entscheiden
Wir waren in drei Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe hatte ihre eigenen Herausforderungen. An manchen Tagen liefen einige von uns fast 24 Kilometer, während andere Gruppen deutlich kürzere Strecken hatten.
Nachdem wir gemeinsam mit unseren Lehrern ungefähr besprochen hatten, welche Route wir nehmen würden, waren wir Schüler selbst gefragt. Wir führten uns als Gruppe gegenseitig, wechselten uns beim Führen ab und mussten gemeinsam Entscheidungen treffen.
Ein besonderes Gefühl war der Weg zum Refill. Je näher wir dem Refill kamen, desto leichter wurden unsere Rucksäcke, weil unsere Vorräte langsam weniger wurden. Nach dem Refill waren sie dann natürlich wieder deutlich schwerer. Trotzdem wusste man: Jetzt ist wieder ein Stück geschafft und es geht weiter.
Unterwegs waren wir immer wieder aufeinander angewiesen. Wenn jemand müde war oder einen schwierigen Moment hatte, haben wir uns gegenseitig unterstützt und versucht, füreinander da zu sein. Gerade außerhalb des normalen Schulalltags lernt man seine Mitschülerinnen und Mitschüler noch einmal ganz anders kennen. Man verbringt fast jeden Moment zusammen, trifft gemeinsam Entscheidungen und erlebt sowohl die anstrengenden als auch die schönen Momente miteinander.


Solo Day – Zeit für sich selbst
Eine besondere Erfahrung war außerdem der Solo Day. Einen Tag lang war jede und jeder für sich allein. Da die gesamte Reise handyfrei war, konnte man nicht einfach zum Handy greifen, wenn einem langweilig wurde oder man sich ablenken wollte.
Stattdessen hatte man Zeit, mit sich selbst und seinen Gedanken zu sein und musste lernen, sich selbst zu beschäftigen. Das war für viele von uns zunächst ungewohnt, aber genau dadurch konnte man sich selbst noch einmal auf eine ganz andere Art kennenlernen.
Gruppen-Solo-Day – Verantwortung übernehmen
Daneben gab es auch den Gruppen-Solo-Day. An diesem Tag waren wir als Gruppe ohne unsere Lehrer unterwegs und mussten selbst Verantwortung übernehmen. Jede Gruppe meisterte diese Herausforderung auf ihre eigene Art und konnte zeigen, was sie in den Tagen davor gelernt hatte.
Nach zwei Wochen waren wir alle froh, wieder heil zurück zu sein. Gleichzeitig konnten wir aber auch stolz auf uns sein. Wir hatten lange Strecken geschafft, schwere Rucksäcke getragen, Verantwortung übernommen und uns gegenseitig unterstützt.
Am Ende nehmen wir aus Norwegen nicht nur Erinnerungen an eine wunderschöne Landschaft mit. Wir nehmen auch neue Erfahrungen, viele lustige und anstrengende Momente und das Gefühl mit, dass wir mehr schaffen können, als wir vorher vielleicht gedacht hätten.
Text: Johanna
Fotos Oliver Bieber










Schwimmen in den Sonnenaufgang
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