26. Juni
Interkulturelles Lernen mit allen Sinnen
¡Ay, qué rico! Spanische und lateinamerikanische Küche erleben
Die Rauchküche im altehrwürdigen Altbirkle verbindet Innovation mit Tradition. Seit vielen hundert Jahren wurden hier bereits für den Schwarzwald typische Speisen zubereitet. Am Donnerstag, den 25. Juni 2026 entstanden jedoch ganz andere Gerüche**, denn** Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 10 und dem internationalen Profil schnappten sich die Schürzen, legten die Zutaten zurecht und begannen mit einer exquisiten Küchenmagie.
Im Unterricht zuvor hatte die Vorbereitung für das interkulturelle Lernen am Beispiel der Einflüsse der spanischen und lateinamerikanischen Küche stattgefunden. So stand bereits folgendes Menü fest: Als entrada (Vorspeise) wurde die für Andalusien typische Tomatensuppe Gazpacho ausgewählt. Den plato fuerte (Hauptgericht) bildeten mexikanische Chilaquiles in Form von Tacos, und der Dreiklang wurde mit einem tropischen postrecito (kleiner Nachtisch) abgerundet: Piña con Tajín.
Eigentlich war an diesem brütend heißen Sommertag am Nachmittag hitzefrei ausgerufen**,** und doch hatte sich die gesamte Gruppe um Herrn Gildehaus dafür starkgemacht, dass das gemeinsame Kochen und Schlemmen dennoch stattfinden sollte. Passend zu den Außentemperaturen servierten wir zum Menü eine hausgemachte, aus Limetten gepresste und mit Eiswürfeln versehene Limonade.
Die Atmosphäre in der Rauchküche an diesem späten Nachmittag lässt sich als kommunikativ und aufgeweckt beschreiben. So wurde rege geschnippelt, mehrsprachig geplaudert und auch zu spanischer Musik getanzt. So war es nicht verwunderlich, dass auch eine weitere Zehntklässlerin – als Gast aus Hamburg – kurzerhand integriert wurde und dem emsigen Treiben beiwohnen konnte.



Tatsächlich lässt sich das Zusammenkommen rund um den Herd auch als ein Encuentro intercultural bezeichnen. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden waren Muttersprachlerinnen und Muttersprachler des Spanischen und teilten seit dem ersten Tag ihrer Ankunft bereitwillig ihr Wissen über ihre Herkunftssprache – und nun auch über landestypische Rezepte.
Lernen kann auf vielen Ebenen vonstattengehen. Natürlich sind Aussprache, Grammatik und Wortschatz relevant und interessant beim Erlernen einer Fremdsprache. Doch auch Geschmackserlebnisse bieten einen wertvollen Erfahrungsschatz und schaffen eine ganz andere Annäherung an die Zielkultur. Lernjahre und Lehrbücher geraten dabei in den Hintergrund, und das individuelle Vorwissen wird auf ganz anderen Ebenen aktiviert.
Gegen 17:30 Uhr war es dann so weit: Bei Temperaturen um die 30 Grad deckten wir im Garten die lange Tafel. Die erfrischend kalte Suppe wurde noch mit gekochten Eiern garniert, der vegetarische Hauptgang erfreute sich aufgrund der deliziösen Soßen und der Käseauswahl großer Beliebtheit, und die scharf gewürzte, kalte Ananas rundete die kulinarische Reise stimmig ab.
¡Ay, qué rico!
Text und Fotos: Kaspar-Feo Gildehaus

Reise in die Vergangenheit, Mahnung an die Gegenwart
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