27. Juli

Die Q1-Studienfahrt nach Poznań

Low Budget, High Experience

Die Studienfahrten der Q1 am Birklehof planen die Schülerinnen und Schüler weitgehend selbstständig: Sie legen, oft orientiert an ihren Leistungsfächern, thematische Schwerpunkte fest, recherchieren Transportmöglichkeiten, suchen Unterkünfte, kalkulieren Kosten und entwickeln gemeinsam mit den begleitenden Lehrkräften das Programm. 

Eine besondere Herausforderung besteht dabei für die Low-Budget-Fahrt, die mit begrenzten finanziellen Mitteln für eine mehrtägige Reise möglichst kostengünstig auskommen muss, ohne auf inhaltliche Qualität zu verzichten.

In diesem Jahr führte die Low-Budget-Fahrt nach Poznań in Polen, das gerade für unsere MINT-Begeisterten viele Erlebnisse bot. Die Gruppe fand pragmatische Lösungen, um Kosten zu sparen. Sie entschieden sich beispielsweise gemeinsam für die grundsätzlich vegetarische Verpflegung, die nicht nur günstiger war, sondern auch Diskussionen, Sonderwünsche und mehrfachen Organisationsaufwand vermied. Und die von einzelnen an manchen Tagen auch mit einer Fleischbeilage ergänzt wurde. 

Mit neun Schülerinnen und Schülern hatte die Gruppe zudem eine ideale Größe: groß genug für gemeinsames Erleben, klein genug, um sich flexibel in Kleingruppen aufzuteilen, spontan umzudisponieren und die Stadt eigenständig erkunden zu können.

Inhaltlich stand vor allem die Verbindung von Mathematik, Informatik, Technik und Geschichte im Mittelpunkt. Die Gruppe besuchte verschiedene Ausstellungen der Poznań-Universität sowie ein historisches Museum, das neben der Geschichte Großpolens auch Themen aus verschiedenen Regionen Afrikas aufgriff.

Das Highlight der Reise war jedoch das Enigma Cipher Centre. Das Zentrum vergegenwärtigt die Geschichte der Kryptographie und welche Rolle die Stadt Poznań darin spielt: Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurde an der Universität eine Fakultät aufgebaut, die Kryptographie in enger Verbindung mit Mathematik und verwandten Disziplinen lehrte. Diese einzigartige Ausbildung ermöglichte es den drei jungen Mathematikern und Studierenden Marian Rejewski, Jerzy Różycki und Henryk Zygalski die als unlösbar geltende Enigma zu entschlüsseln. Historiker gehen davon aus, dass ihre Arbeit den Krieg erheblich verkürzte und damit Millionen Menschenleben rettete.

Diese Geschichte beeindruckte unsere Schülerinnen und Schüler besonders: Drei junge Menschen übernahmen Verantwortung für eine Aufgabe von historischer Tragweite. Damit knüpft das Enigma-Museum unmittelbar an eine zentrale Frage an, die auch den Birklehof prägt: Was können junge Menschen bewirken, wenn man ihnen Verantwortung zutraut und sie befähigt, komplexe Probleme zu lösen?

 

Auch die Stadt selbst hinterließ einen bleibenden Eindruck. Poznań präsentierte sich als lebendige Universitätsstadt, die von Berlin aus gut erreichbar ist und jungen Menschen den Zugang zu Kultur und Wissenschaft erleichtert. Viele Museen waren kostenfrei oder sehr günstig, verfügten über Mitmachbereiche und boten englische Übersetzungen, sodass die Sprachbarriere gering blieb und eigenständiges Erkunden möglich wurde.

Diese Fahrt war das Musterbeispiel dafür, was Studienfahrten am Birklehof auszeichnet: Nicht nur das Reiseziel, sondern der Weg dorthin und der gesamte Aufenthalt sind Teil eines gemeinsamen Projekts. Wer eine Fahrt gemeinschaftlich plant, Budgets abwägt, Entscheidungen im Team trifft und unterwegs gemeinsam viel erlebt, der lernt fürs Leben: High experience gibt es auch mit low budget.

Raus aus der Komfortzone – rein in die Natur

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