26. März

Abi – und dann: am Birklehof keine Frage

Was ist eigentlich die Aufgabe eines Gymnasiums? Wissen vermitteln, zum Abitur führen und junge Menschen studierfähig machen. War es das?
Am Birklehof endet der Anspruch nicht mit dem Abschlusszeugnis. Wir möchten unsere Schülerinnen und Schüler so begleiten, dass sie ihre Stärken kennen, ihre Talente verstehen und damit selbstbewusst und als starke Persönlichkeiten ihren eigenen Weg gehen. Dafür stehen wir mit den Werten unserer Schule: Wir begleiten und fördern junge Menschen – menschlich, mündig, mutig. Und wir erreichen dies mit exzellenter Bildung, enger persönlicher Beziehung und einer Bodenständigkeit, die sich an der Realität und an den Menschen orientiert. Kurz: B wie Birklehof. Oder eben B-Hof, wie unsere Schülerinnen und Schüler unsere Schule seit Generationen liebevoll nennen.

Blick nach innen: Stärken erkennen

Klassisch richtet sich Berufsberatung nach Berufsbildern und Studiengängen. Also an dem, was die Welt jungen Menschen als Perspektive anbieten kann. Einzigartig ist der Ansatz der Schule Birklehof: die systematische Arbeit an den eigenen Fähigkeiten, dem Ergründen der wahren Motivationen, der Suche nach dem eigenen Selbst.

Kurz vor den Osterferien arbeitete unser 11.Jahrgang dazu in einem intensiven Workshop mit John Webb, nach der Methode des weltweit meistverkauften Karrierebuches „What Color is your Parachute?“. Niemand hat länger und intensiver mit dem Autor des Buches (Richard Nelson Bolles) zusammen und mit mehr Menschen in Deutschland nach der Methode gearbeitet als Webb.

Unser Schulleiter Rüdiger Hoff und John Webb, die zusammen viele Jahre für Career Center verschiedener Universitäten zusammenarbeiteten, hatten gemeinsam entschieden, an diesem Tag, aufgrund der Kürze der Zeit, das „Pferd einmal von hinten aufzuzäumen“.  Die Fragen nach eigenen Fähigkeiten, Interessen und Werten und der Klärung, wo genau diese eingesetzt werden sollten, übersprangen sie an diesem Tag.

Stattdessen erlernten die Jugendlichen direkt eine Technik, um „Insider Conversations“ zu führen, mit dem Ziel wichtige Entscheidungen zur weiteren Studien-/Berufswahl treffen zu können:

  • Wie ebnet man/frau sich den Weg in spannende Bereiche?
  • Wie generiert man/frau ungewöhnliche Chancen für sich selbst?
  • Wie findet man/frau heraus, ob ein bestimmter Weg wirklich zu einem passt?
  • Wie trifft man/frau just genau die Menschen, die einen weiterbringen?

Workshop mit 93 % Erfolgsquote

Nach einem knapp dreieinhalbstündigen Input im Musiksaal machten sich unsere Schülerinnen und Schülern auf den Weg nach Freiburg, in einen praktischen Erprobungsteil: Sie führten eigenständig Gespräche mit Menschen in Unternehmen, Geschäften oder Institutionen.

Die Ergebnisse überraschten selbst die Organisatoren: Über 93 Prozent der Gespräche waren erfolgreich!

Türen öffnen sich

In der gemeinsamen Auswertung am Abend berichteten die Jugendlichen – müde, aber begeistert – von ihren Erfahrungen:

  • „Ich war vorher total nervös – völlig unnötig. Menschen wollen über die Dinge erzählen, die sie interessieren – und sie wollten uns helfen.“
  • „Die Atmosphäre in einem Unternehmen mitaufzusaugen, ist viel kostbarer als Internet-Recherche.“
  • „Wir sind in Unternehmen reingekommen, wo wir es nie für möglich gehalten hätten.“
  • „Uns wurde direkt ein Praktikumsplatz angeboten.“
  • „Beim Instrumentenbauer hat uns sogar ein Solo-Cellist etwas vorgespielt.“

Die wichtigste Erkenntnis vieler Schülerinnen und Schüler: Wenn man sich traut, Fragen zu stellen und über eigene Interessen zu sprechen, öffnen sich überraschend viele Türen.

Blick nach außen: Orientierung durch Netzwerke

Abgerundet wird der Überblick über die eigenen Zukunftschancen am Birklehof alljährlich durch die ergänzenden Informationen aus den realen Berufs- und Studienwelten beim jährlichen Berufsberatungstag. Hier berichten Alumni und Eltern aus der Birklehof-Gemeinschaft über ihre beruflichen Wege und präsentieren sich verschiedene Hochschulen. In diesem Jahr waren die Universitäten Stuttgart und Freiburg, die Hochschule Furtwangen sowie die ETH Zürich vertreten.

Die Gespräche finden bewusst in kleinen Gruppen statt. So entsteht genau das, was den Schülerinnen und Schülern wirklich hilft: ein persönlicher Austausch auf Augenhöhe.

Traditionell wird der Berufsberatungstag von Schülerinnen und Schülern mitorganisiert. In diesem Jahr von Rosalie und Mathilda (Q1) sowie Saleh (Q2), die ihr organisatorisches Talent und ihre Fähigkeit zu präsentieren hervorragend einsetzen konnten. Unser herzlicher Dank gilt allen Referentinnen und Referenten, unserem Alumni-Netzwerk und der Elternschaft. Ihre Zeit, ihre Offenheit und ihre Erfahrungen sind ein unverzichtbarer Beitrag zur Berufsorientierung am Birklehof.

Der Anspruch des Birklehofs: erst verstehen, dann gehen

Die Berufsorientierung am Birklehof folgt damit dem Prinzip: Erst verstehen, wer man ist – dann entdecken, wohin man gehen kann. Stets mit der Devise unseres Gründers Kurt Hahn im Hinterkopf: In dir steckt mehr!“

Erst in der Kombination aus persönlicher Standortbestimmung, realen Einblicken in Studien- und Berufswege und einem starken Netzwerk aus Alumni, Eltern und Hochschulen gelingt es, junge Menschen auf einen souveränen Weg in ihre Berufe zu entlassen. Oder anders gesagt: Am Birklehof geht es nicht nur um den Weg zum Abitur – sondern um den Weg ins Leben.

Text: Rüdiger Hoff & Anja Biehler

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