25. Juli
Studienfahrt Berlin
Geschichte, Politik und Kultur zum Anfassen und Mitmachen
Die Studienfahrt nach Berlin ließ für einen Teil unserer Q1 Geschichte, Politik und Kultur lebendig werden. Im Mittelpunkt standen Geschichte und Gemeinschaftskunde, verbunden mit der Frage, wie Demokratie funktioniert, was sie gefährdet und welche Verantwortung junge Menschen in einer Gesellschaft tragen.






Am Birklehof werden die Studienfahrten der Q1 grundsätzlich von den Schülerinnen und Schülern weitgehend selbstständig geplant. Sie entwickeln ihre thematischen Schwerpunkte, recherchieren Anreise und Unterkunft und stellen gemeinsam mit den begleitenden Lehrkräften ihr Programm zusammen. Die Berlinfahrt war in diesem Jahr die Ausnahme: Im Rahmen der historisch-politischen Bildung entstand durch die Einladung des Bundestagsabgeordneten der Region, Felix Schreiner (CDU), die Idee für die Fahrt nach Berlin und wurde vom Bundesrat gefördert. Daher übernahmen Marie Panizzi und Thomas Hentrich-Hesse, die begleitenden Lehrkräfte aus dem Kollegium, in diesem Fall große Teile der Organisation. Herzlichen Dank an beide für ihr zusätzliches Engagement, insbesondere am Ende des Schuljahres war die keine Selbstverständlichkeit.
Demokratie erleben und gestalten
Das politische Berlin erkundete die Gruppe aus verschiedenen Perspektiven. Im Bundesrat nahmen die Schülerinnen und Schüler an einem Planspiel teil und konnten selbst erfahren, wie politische Entscheidungsprozesse funktionieren. Auch ein Besuch im Deutschen Bundestag stand auf dem Programm.
Doch zur politischen Bildung gehört nicht nur der Blick auf demokratische Institutionen, sondern auch die Auseinandersetzung mit den Momenten, in denen Demokratie versagt oder unter Druck gerät. Im Haus der Wannsee-Konferenz beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler in einem Workshop mit der Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik.
Bei einer Führung durch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen wurde die Geschichte politischer Haft in der DDR unmittelbar erfahrbar. An der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße und im Tränenpalast ging es um die deutsche Teilung, Flucht und die Lebensrealität der Menschen in einem geteilten Berlin.



Berlin im Glanz und am Abgrund
Auch Kunst und Kultur kamen nicht zu kurz. Im traditionsreichen BABYLON genoss die Gruppe eine multimediale Aufführung: Fritz Langs Stummfilmklassiker „Metropolis“ aus dem Jahr 1927 wurde von einem Orchester live begleitet. Ein außergewöhnliches Kinoerlebnis und zugleich eine Begegnung mit einem Meilenstein der Cineastik.
Wie eng Glanz und Abgrund im Berlin der 1920er-Jahre beieinanderlagen, zeigte auch die Ausstellung „Ruin und Rausch“ in der Neuen Nationalgalerie. Werke unter anderem von Otto Dix eröffneten einen Blick auf eine Epoche zwischen kultureller Blüte, gesellschaftlichen Spannungen und politischen Extremen.
Den Abschluss bildete der Besuch des Musicals „Cabaret“, das die sonderbare Mischung aus Lebenshunger, der im freizügigen Nachtleben Ausdruck findet, und Repression und Ausgrenzung am Vorabend der nationalsozialistischen Machtübernahme in menschliche Schicksale gießt. Damit griff „Cabaret“ zentrale Themen der Studienfahrt auf: Wie verändert sich eine Gesellschaft und welche Verantwortung tragen Menschen, wenn demokratische Werte unter Druck geraten?
Lernen, was Verantwortung bedeutet
Die Berlinfahrt verband unterschiedliche Lernorte: Parlament und Gedenkstätte, Museum und Theater, Geschichte und Gegenwart. Die Schülerinnen und Schüler konnten politische Prozesse erfahren, historische Ereignisse einordnen und kulturelle Werke aus ihrem jeweiligen zeitgeschichtlichen Kontext heraus erleben.
Und selbst die Rückreise bot Geschichte und Begegnung: Im Zug traf die Gruppe zufällig auf einen Altbirklehofer, Abiturjahrgang 1955. Er erzählte gerne aus seiner eigenen Birklehof-Zeit und hörte ebenso interessiert den Berichten der Schülerinnen und Schüler von ihrer Reise und vom Birklehof heute zu. Eine besondere Begegnung über Generationen hinweg und ein schöner Abschluss einer Studienfahrt, die Geschichte und Geschichten auf ganz unterschiedliche Weise erfahrbar machte. Ganz im Sinne des Birklehofs: menschlich, mündig, mutig.

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