Hallo, ich bin dein Ohrwurm

Beim Profilabend musizieren Schülerinnen und Schüler mit Studierenden der Musikhochschule Freiburg

Kurz nach 20:00 Uhr reihen sich 24 junge Menschen ordentlich auf der Bühne im Musikhaus am Birklehof auf – alle sind schwarz angezogen. „Hallo, ich bin dein Ohrwurm“, ertönen dann die ersten Zeilen einer Melodie. Im Chor singen sie ein A-cappella-Stück. Etwas regt sich im Saal. Die Fremden hatte man vorher schon beim Abendessen bemerkt, doch in welcher Mission sie wirklich am Birklehof waren, weiß bis dato so gut wie niemand.

Die Zuschauer, Lehrer und Schüler, recken die Köpfe. Gute Stimmung macht sich breit. Nach dem Stück dann Applaus und allgemeines Erstaunen. Der Profilabend des erweiterten Musikprofils am Donnerstag vergangener Woche versprach doch nicht so langweilig zu werden wie insgeheim befürchtet.

Der Profilabend präsentiert Ergebnisse von einem Tag Projektunterricht

Das erste Stück beschreibt die Absicht der Musiker recht gut: „Wir hoffen, unsere Musik nimmt euch mit. Vielleicht habt ihr heute Abend auch einen Ohrwurm“, begrüßte Eva Kalvelage das Publikum. Sie gehört zur Truppe von Studierenden der Musikhochschule Freiburg. Für einen Tag waren die angehende Schulmusikerinnen und -musiker an den Birklehof gekommen, um dort mit den Schülerinnen und Schülern der 8. und 9. Klasse verschiedene musikalische Projekte zu erarbeiten.

Live-Musik mit Computer

„Heute Abend präsentieren wir, was wir gemeinsam erarbeitet haben“, kündigte Kalvelage an. Der Tag habe unter dem Motto gestanden „Musik erfinden“. Für den nächsten Programmpunkt trat eine Gruppe Schüler auf die Bühne. Die Computer-Tablets in ihren Händen sorgten für fragende Gesichter im Publikum. Doch dann begannen die Jugendlichen tatsächlich, mit den Tablets Instrumente zu imitieren. Mit konzentriertem Blick auf den Bildschirm machten sie Musik. „Heute Abend ist Spontanität besonders wichtig“, kündigten die Studierenden an. Die brauchte es vor allem beim sogenannten „Soundpainting“, bei dem die Schüler vorher nicht wussten, was passieren würde. Aus dem Nichts improvisierten zwei Dirigenten ein Stück. Dieser Tag war wohl das Gegenteil vom gewöhnlichen Schulunterricht.

Rap und Reigen, Hip-Hop und Ballett

„Die Ideen für die Projekte hatten wir selbst“, sagte Kalvelage. “Wir sind eine große Gruppe, da trägt jeder etwas bei.“ Bedrohliche Atmosphäre legte sich über den Saal, als die Schüler das Video über eine Schlange bei der Jagd vertonten. Später wurde gerappt − auf Chinesisch, Spanisch und Englisch. Und auch der Tanz kam nicht zu kurz. So vereinten die Jugendlichen Hip-Hop und Ballett. „Ich weiß nicht, wie das geht, aber wir zeigen es“, scherzte Kalvelage. Ein traditioneller Reigen aus Flandern wurde zusammengeführt und vermischt mit modernen Tanzstilen. Und als das Lied „Macarena“ ertönte, tanzte der ganze Saal mit. Zwischendurch ließen es sich die Studierenden nicht nehmen, ihr Können zu zeigen. Da wurde die Katzenarie gesungen, achthändig am Klavier oder zu zweit auf einer Geige musiziert.

Beeindruckend viel gelernt

Für die Studierenden war der Tag ein voller Erfolg. „Besonders beeindruckend war, wie viel alle am Abend schon konnten“, so Kalvelage. Auch für die Schüler schien der Tag gelungen zu sein. „Die Aufführung war zwar eine Überwindung, doch die Studenten waren nett und es hat Spaß gemacht“, so Elisabeth, Klasse 9. Zum Abschluss bedankte sich Gwendolyn Wellmann, Musiklehrerin und Leiterin der Profilstufe, im Namen des Birklehofs. „Wir freuen uns jedes Jahr aufs Neue auf den Tag, an dem die Studierenden der Musikhochschule an den Birklehof kommen und hier ihre Workshops halten. Dafür sind wir ihnen sehr dankbar.“

 

Text: Julia, Klasse 10

Bilder: Junnik, Klasse 11, Hanna Kneser, Wolfgang Finke