Gemütlicher Weihnachtsmarkt am Birklehof berührt viele Menschen

Verantwortliche rechnen mit großzügiger Spendensumme für das Sahel-Projekt.

Der traditionelle Weihnachtsmarkt am ersten Adventssonntag hat zahlreiche Besucherinnen und Besucher an den Birklehof in Hinterzarten / Breitnau gelockt. Bei weihnachtlicher Musik, warmen Getränken und vielfältigen Speisen genossen Jung und Alt die adventliche Stimmung auf dem Gelände des Internats und Gymnasiums. Der Erlös des Weihnachtsmarktes geht an das „Schülerprojekt Sahel“, das damit in diesem Jahr den Bau von Schulen im westafrikanischen Burkina Faso unterstützt.       

Premiere für neues Team

Der 46. Weihnachtsmarkt am Birklehof war zugleich eine Premiere: Ein neues Team von Verantwortlichen um Schulleiter Henrik Fass hat erstmals den Weihnachtsmarkt organisiert: „Als es im Sommer darum ging, das Projekt in neue Hände zu legen, hat die ganze Schulgemeinschaft deutlich gesagt: Wir wollen diesen Weihnachtsmarkt. Uns ist das Anliegen `Schüler helfen Schüler´ wichtig“, berichtet Henrik Fass. „Deshalb freuen wir uns besonders, dass viele Menschen dieses Anliegen teilen und mit ihrem Besuch, mit ihrer Spende, ihrem Mitwirken ein großartiges Ergebnis ermöglicht haben. Und es zeigt auch, dass sie eine authentische Alternative zu den oft allzu kommerziellen Angeboten suchen und schätzen.“

Selbstgebasteltes und Selbstgebackenes

In den weihnachtlich geschmückten Schul- und Klassenräumen boten Schülerinnen und Schüler des Birklehofs und der Grundschulen in Breitnau und Hinterzarten Selbstgebasteltes und Selbstgebackenes, Kerzen und Weihnachtsschmuck, Adventskränze, Kunsthandwerk und viele weitere Geschenkideen an. In aller Ruhe konnten Besucherinnen und Besucher auf dem Kleider-, Bücher- und Trödelmarkt stöbern, die jungen Gäste vergnügten sich bei Ponyreiten und Kasperletheater, Geschicklichkeitsspielen und Kerzenziehen. Die Eröffnung des Weihnachtsmarktes wurde von der Kurrende des Birklehofs mit Adventsliedern festlich gestaltet. Zum Ausklang präsentierten junge Solistinnen, Solisten und Ensembles der Schule Birklehof ihr Können im Musikhaus.

Schulräume für den Sahel

Mit dem Erlös des Weihnachtsmarktes unterstützt der Verein „Schülerprojekts Sahel“ nachhaltige Projekte in der Sahel-Zone, die dort mit erfahrenen Projektpartnern vor Ort realisiert werden. So wurden zum Beispiel der Bau von Tiefbrunnen für den Zugang zu sauberen Wasser gefördert und die Einrichtung von Krankenstationen und Gesundheitszentren zur Verbesserung der medizinischen und hygienischen Versorgung finanziert. In diesem Jahr soll von den Erlösen ein weiteres Klassenzimmer für eine Schule in Burkina Faso gebaut werden.

Mitfühlen und sich einbringen

In der Eröffnungsrede dankte Henrik Fass seiner Vorgängerin Silvia Booz-Ebert, die viele Jahre als Vorsitzende des Vereins Verantwortung für das Projekt übernommen hat, sowie ihrer Stellvertreterin Tanja Walker. Das Anliegen, den Geist des Weihnachtsmarktes auch für die Besucherinnen und Besucher spürbar werden zu lassen, trage das Team gerne weiter. Henrik Fass zitierte aus der Laudatio von Wim Wenders auf den Fotografen Sebastaio Salgado, der dieses Jahr mit dem Friedenpreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde: „Der große Feind des Friedens in unserer Zeit ist: der brutale Niedergang des Mitgefühls, der Mit-Verantwortung, des Gemeinsinns, des grundsätzlichen Willens zur Gleichheit des Menschengeschlechts.“ Dem setzte Henrik Fass entgegen: „Wir wollen hinschauen. Wir wollen mit diesem Weihnachtsmarkt zeigen, dass wir uns nicht heraushalten. Ganz im Gegenteil: Wir wollen mitfühlen und uns einbringen.“

Idee von Pfarrer Karl Boersch begeistert Jugend heute

Unter den vielen Besuchern war einer, der in ganz besondere Weise für diese Idee eingestanden ist: Pfarrer Klaus Boersch, der am Sonntag mit seiner Frau Ursula von Kirchzarten das Höllental hinaufgekommen war. Von 1968−1997 arbeitete Klaus Boersch als Religionslehrer am Birklehof, 1973 hat er das Schülerprojekt initiiert. Dass 46 Jahre später sich noch immer junge Menschen für seine Idee begeistern, zeugt von ihrer großen Kraft.

Bilder: Hanna Kneser, Wolfgang Finke

Text: Wolfgang Finke