Solidarisch handeln mit Chemie

Klasse 8 fertigt Kerzen für den Weihnachtsmarkt am Birklehof

Im Rahmen des Chemieunterrichts hat die Klasse 8 bunte Kerzen gezogen und Schwimmkerzen gegossen. Die dekorativen Lichter sind bestimmt für den traditionsreichen Weihnachtsmarkt am Birklehof am 1. Adventssonntag. Die Erlöse aus dem Verkauf kommen den Bau von Klassenzimmern in westafrikanischen Burkina Faso zugute.

Vorsichtig tauchen Schülerinnen und Schüler die Rohlinge in die Behälter mit dem heißen Kerzenwachs ein, heben sie wieder heraus, lassen sie abtropfen und hängen sie dann zum Trocknen über ein Holzgestell. Bis zu zwanzig Mal je Kerzenpaar wiederholen sie die Prozedur, bis die Kerzen die gewünschte Dicke und Form haben. Andere schmelzen Paraffin in Töpfen auf Kochplatten, mischen bunte Farbstoffe unter und rühren solange, bis das Gemisch die richtige Konsistenz zur Weiterverarbeitung besitzt. Mit großer Umsicht gehen sie dabei mit den Materialien um und bedienen die Geräte im Chemieraum.

„Mehr Chemie geht nicht.“

Angeleitet und ermutigt werden sie dabei von Vera Förschner, ihrer Chemielehrerin am Birklehof. Für sie verbindet das Projekt Unterrichtsinhalte und soziales Engagement auf ganz besondere Weise: „Kerzenziehen hat mit Chemie im Alltag zu tun. Die Rohstoffe, hier etwa das Paraffin, bespricht man im Chemieunterricht zwar erst in der Oberstufe. Aber die Schüler kommen – wie wir alle – schon früh damit in Berührung: jeder kennt Teelichter oder Haushaltskerzen. Mehr Chemie geht nicht.“

Dass sie im Chemieunterricht Kerzen herstellen, ist eine Premiere. Doch sind auch schon andere Produkte für den Weihnachtsmarkt hier entstanden: „Im letzten Jahr haben wir Seifen gegossen für den Weihnachtsmarkt. Andere haben Kräutersalz mit Kräutern aus unserem Kräutergarten hergestellt“, berichtet die Lehrerin.

Persönlicher Beitrag für das Projekt

Das Engagement der Schülerinnen und Schüler zeigt sich aber nicht nur im Unterricht, auch in ihrer Freizeit sind sie für den Weihnachtsmarkt aktiv, weiß Vera Förschner: „Auf dem Weihnachtsmarkt werden viele Produkte angeboten, die die Schüler wirklich selbst gemacht haben, etwa selbstgemachten Kräuteressig, selbstgebackene Plätzchen und Linzer Torten, Weihnachtsstollen, Marmeladen oder auch Honig − okay, da waren’s zunächst die Bienen. Ich finde es schön, weil jeder auf diese Art und Weise – nämlich spielerisch, mit viel Spaß, aber dennoch sorgfältig, ausdauernd und hochkonzentriert arbeitend − einen persönlichen Beitrag für das Projekt leisten kann.“

 

Text: Wolfgang Finke

Bilder: Vera Förschner, Wolfgang Finke