Wenn die Chemie stimmt, ist viel Musik drin

Studientag und Profilabend des musisch-künstlerichne Profils

16 Studierenede der Freiburger Musikhochschule – 1. Semester Schulmusik bei Prof. Thade Buchhorn – machten sich am Donnerstag, 7. Februar 2019, auf den Weg nach Hinterzarten, um mit den Schülerinnen und Schülern der Klassen 8 und 9 Musik-Workshops zu gestalten. Vocal Playground, Flaschenmusik, Percussion, Filmmusik und „Do it yourself – einen Popsong schreiben“ – bereits die Namen der fünf jeweils ganztägigen Workshops erweckten den Eindruck, als ob Interessantes für 14- bis 16-Jährige dabei sein könnte. Wer am Abend an der Präsentation der Workshop-Ergebnisse teilgenommen hat, konnte spüren, wie intensiv, produktiv und offensichtlich auch mit viel Spaß an diesem Tag zusammen musikalisch gearbeitet worden war.

Bereits die Eröffnung des Abends war ungewöhnlich: Alle Beteiligten stellen sich in einem großen Kreis um das Publikum herum auf und stimmten mit gemeinsamen Schritten, Gesten und Gesang das afrikanischen Begrüßungslied „Funga Alafia“ an. Im Anschluss daran präsentierte die Gruppe „Flaschenmusik“ als erste ihr Arbeitsergebnis: ein Stück, vorgetragen auf mithilfe der Wasserfüllmenge sorgfältig gestimmten Flaschen – jeder hatte einen Ton –, dazu dezente Percussion-Begleitung, alles selbst arrangiert. Die Gruppe „Filmmusik“ hatte sich auf youtube einen kleinen Zeichentrickfilm gesucht und diesen vertont. Am Abend begleitete sie den Film, wie früher bei Stummfilmvorführungen, mit der von ihnen komponierten Filmmusik live. Die Gruppe „Vocal Playground“ stimmte zunächst einen mehrstimmigen Chorgesang an. Dann traten einzelne hervor und veränderten mit zuvor abgestimmten Handzeichen den Gesang in seinen verschiedenen Aspekten wie Lautstärke, Tempo etc.. So konnten sie mit diesem Klangkörper „spielen“, „Vocal Playground“ eben. Die „Percussion“-Gruppe hat zunächst Rhythmen gesammelt – jeder konnte Ideen und Vorschläge einbringen – und diese dann zu zwei „Gesamtkunstwerken“ zusammengesetzt, die sie am Abend aufführten. Im Workshop „Do it yourself – einen Popsong schreiben“ haben die Teilnehmenden den Song „Je ne parle pas Français“ von Namika als Ausgangspunkt genommen und neu arrangiert.

Im Wechsel mit den Präsentationen der Arbeitsergebnisse aus den Workshops gaben die Studierenden eigene Beiträge zum Besten: Ein Streichquintett führte ein eigenes Arrangement von „Nothing else matters“ von Metallica auf. Ein Studierender zeigte seine beeindruckenden Beatboxing-Fähigkeiten und lieferte damit für nicht wenige Schülerinnen und Schüler den Höhepunkt des Abends. Begeisterung weckte aber auch ein Blechblasquartett, das virtuos „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ zum Besten gab, und ein Jazztrio mit dem Jazzstandard „All the things you are“. Schließlich sangen die Studierenden den Schülerinnen und Schülern und dem übrigen Publikum noch ein a capella-Ständchen: „Zu stiller Nacht“ von Johannes Brahms.

Zum Abschluss zeigten die Schülerinnen und Schüler, dass sie auch tanzen können. Alle Beteiligten – Schüler und Studierenden – tanzten gemeinsam eine Chapelloise, einen Kreistanz mit Partnerwechsel, zu fetziger Musik der flämischen Gruppe Laïs, die traditionelle Musik mit Jazz-, Rock- und Pop-Elementen verbindet.

Den ganzen Abend über war spürbar, dass die Studierenden und die Schülerinnen und Schüler einen guten Draht zueinander gefunden hatten, und die Vermutung liegt nahe, dass beide Seiten viel aus diesem Tag mitnehmen konnten. Ein gelungenes Projekt und ein spannender, anregender Abend mit viel schöner Musik.