Studientag Judentum – zu Besuch bei der Israelitischen Gemeinde Freiburg

Zu Beginn der Synagogenführung begrüßte Kantor Moshe Hayoun die 6. Klässler der Schule Birklehof und ihren Religionslehrer, Magnus Pollak, mit einem herzlichen Shalom, wie es im Orient üblich ist.

Moshe Hayoun stimmte zur Einstimmung mit den Jugendlichen das Lied „Hevenu Shalom Alechem“ an und erklärte ihnen anschließend sehr bildhaft und lebendig die Entstehung des Judentums, Grundsätze des jüdischen Glaubens wie zum Beispiel Gebetsgewohnten und koschere Speisevorschriften oder die Bedeutung jüdischer Gebete etc. . Dabei stellte den jungen interessierten Besuchern die eine oder andere spannende Frage, wann jüdische Mädchen und Jungen als erwachsen gelten oder wann die jüdischen Hohen Feiertage im Jahr stattfinden oder warum Männer und Frauen beim Gebet getrennt sitzen.

Während ihres Besuches verblüfften die 6. Klässler des Birklehofs so manches Mal ihren Gastgeber der Israelitischen Gemeinde Freiburg durch ihrem großem Wissen über die Geschichte, Traditionen. So manche knifflige Frage konnten sie auf Anhieb lösen.

Der Kantor berichtete, dass Synagogen, das Zentrum jeder jüdischen Gemeinschaft, weltweit immer in Himmelsrichtung des einstigen Jerusalemer Tempels ausgerichtet sind, seinerzeit von Salom erbaut und nunmehr ein symbolischer Ort der Gottesgegenwart. Ebenfalls die ständige Gegenwart der Tora spiegeln sich in der Ausrichtung und Anordnung der meisten Synagogenräume wieder, so ach in Freiburg, also Richtung Südosten. Zugleich befindet sich der Aufbewahrungsort der Torarollen, der Toraschrein an der Jerusalem zugewandten Seite, entsprechend an der Südostwand der Synagoge.

Außerdem ging es bei der Führung um die spannende Frage welche der monotheistischen Religionen es zuerst gab. So ist das Judentum die älteste der drei monotheistischen Weltreligionen, auf welche das Christentum und der Islam aufbauen. Trotz eines gemeinsamen Ursprunges unterscheiden sich diese drei monotheistischen Religionen natürlich in sehr vielen Punkten, u.a. feiert jede der Religionen ihren gemeinschaftlichen Gottesdienst einen anderen Wochentag – Freitag, Samstag und Sonntag – um nur einen Punkt des komplexen Themas zu nennen.

Ebenfalls ein jüngeres“ Ereignis aus der Geschichte erörterte Moshe Hayoun mit den Schülerinnen und Schülern, nämlich die Reichspogramnacht, deren Gedenktag sich aktuell am 9. auf den 10. November’18 zu 80sten Male jährte.

Der heutige Studientag gab den Birklehoferinnen und Birklehofern in vielerlei Hinsicht neue Einblicke und Gedankenanstöße in bzw. über die Geschichte und Bräuchen des Judentums in Vergangenheit und Gegenwart.

Text und Bilder: Bettina Steffens