Benefiz-Lauf: In 23 Jahren haben Schüler mehr als 100 000 Euro erlaufen

218 Teilnehmer legen beim diesjährigen Spendenlauf des Birklehofs 7805 Kilometer zurück und spenden wieder Geld für Kenia / Ein Besuch an der Strecke. Hinterzarten, Dienstag, 25. September 2018, Thomas Biniossek, Badische Zeitung.

 

HINTERZARTEN/BREITNAU. Theo überlegt, runzelt die Stirn. „Vielleicht fünf Runden“, sagt der Drittklässler auf die Frage, was er sich beim 24-Stunden-Lauf des Internatsgymnasiums Birklehof vorgenommen habe. Sein Kumpel Emil aus der vierten Klasse nickt. „Ja, fünf Runden.“ Ganz andere Ziele haben die Abiturientinnen Ayumi Glass und Hanna Krämer. Wie im Vorjahr wollen sie 100 Runden und damit 66 Kilometer laufen.

Zum 23. Mal hat Sportlehrerin Silvia Booz-Ebert die ganze Schulgemeinschaft zu diesem 24-Stunden-Lauf eingeladen. „1996 haben wir dieses Projekt gestartet, bereits ein Jahr später wurde es ein Benefizlauf“, erklärte die Organisationschefin. Ziel sei es, dass die rund 200 Schülerinnen und Schüler, dazu Gäste wie Theo und Emil, Eltern und ehemalige Schüler, möglichst viele der Birklehof-Runden von 660 Metern absolvieren. Zum einen aus sportlicher und integrativer Sicht. „Es geht um den sportlichen Wettstreit, toppen wir das Resultat des Vorjahres? Und es geht darum, dass die Schüler untereinander ins Gespräch kommen. Gerade für die Fünftklässler und die Quereinsteiger im Internat ist das zwei Wochen nach Schulbeginn interessant“, so Silvia Booz-Ebert. Zum anderen geht es der Schule als Mitglied der Round Square Conference darum, die Starehe Boys und Girls School in Kenia finanziell zu unterstützen. „Wir finanzieren die Schulbildung von drei Schülerinnen und drei Schülern in Kenia. Bildung ist in vielen Ländern dieser Welt ein Gut, das nicht jedem zuteil wird“, sagte Lehrerin Bettina Steffens, zuständig an der Schule für Marketing und PR.

Am Freitag kurz vor 15 Uhr wird es voll am Start vor der Sporthalle. Die Teilnehmer erhalten Startnummern und Laufzettel, auf denen die gelaufenen Runden durch Schüler und Lehrer festgehalten werden. „Das ist schon ein großer organisatorischer Aufwand“, erläutert Silvia Booz-Ebert. Schließlich müssten über 24 Stunden immer Personen vor Ort sein, um die Laufleistungen festzuhalten, um die Sportler mit Getränken und Nahrungsmittel zu versorgen.

„Und es muss sich immer mindestens ein Läufer auf der Birklehof-Runde befinden, was vor allem in der Nacht geplant werden muss. Um 6 Uhr ist der läuferische Einsatz für viele unserer Schüler richtig hart.“ Allerdings sei die Motivation ungebrochen und es gebe immer mehr sehr ehrgeizige Schüler, die 80 Kilometer und mehr liefen. „Das ist dann richtig stark. Schließlich hat jede Runde auch zwölf Höhenmeter. Das summiert sich dann auf über 1800 Höhenmeter.“ Seit der fünften Klasse ist Hanna Krämer bei diesem 24-Stunden-Lauf dabei. „Die Motivation aller stieg von Jahr zu Jahr“, sagt die Zwölftklässlerin. Vor drei Jahren habe sie erstmals 100 Runden geschafft und damit als Siebtbeste der Schule den Birklehof-Lauf abgeschlossen. „Wenn ich das heute schaffe, bin ich nur noch im vorderen Mittelfeld.“ Das bestätigt die Sportlehrerin. „Wir haben das Gesamtresultat in den 23 Jahren um das sechs- bis siebenfache gesteigert.“ Dass der Lauf aber Spaß mache, ist für Hanna Krämer keine Frage. „Das Ganze ist sehr kommunikativ, man spricht viel miteinander.“ „Und dann gibt es ja noch die Wetten mit den Lehrern“, ergänzt Ayumi Glass. „Und die wollen wir Schüler natürlich gewinnen.“

24 Stunden, nachdem Silvia Booz-Ebert den Startschuss abgegeben hat, überquerte der letzte Läufer am Samstagnachmittag um 15 Uhr die Ziellinie. 84 Läufer absolvierten die Marathonstrecke von 42,2 Kilometern, vier Läufer schafften über 90 und ein Läufer über 100 Kilometer. Bester Klasse war die Sieben, die 52,5 Runden pro Läufer (34,65 Kilometer) schaffte, gefolgt von der 10b mit durchschnittlich 49,8 Runden (32,868 km) und der 11a (46,2 Runden; 30,492 km). Gelistet wurden zudem die Stufen. Die Orientierungsstufe legte 38,1 Kilometer pro Schüler zurück, die Profilstufe 39 und die Kursstufe 36,4 Kilometer. Bestes Haus war das Kopphaus (45,2 km/Schüler), gefolgt vom Saalbau (43,6) und Wob-Süd (43,3). „Insgesamt wurden von 218 Teilnehmern 7805 Kilometer gelaufen, womit das Ergebnis des Vorjahres mit 6813 Kilometern deutlich übertroffen wurde“, berichtete Bettina Steffens. An das Rekordjahr 2016 mit 8752 Kilometer kamen die Schüler aber diesmal nicht heran. Wie hoch der Betrag ist, den die Schule über diesen Benefizlauf eingenommen hat, ist offen. „Wir sind aber zuversichtlich, dass es wieder rund 7000 Euro wie in den Vorjahren sind.“ In 23 Jahren hat der Birklehof über 100 000 Euro über diesen Lauf eingenommen und gespendet. „Das ist eben ein ganz besonderes Event für unsere Schule“, sagte Schulleiter Henrik Fass.

Hier geht es zum Film über den 24-Stunden-Lauf am Internat & Gymnasium Birklehof in Hinterzarten.