Schülerinnen und Schüler der Schule Birklehof schnuppern Theaterluft

Das Theater einmal aus einer anderen Perspektive kennen lernen und die vielen großen und kleinen Geheimnisse der Theaterarbeit hinter den Kulissen lüften.

All abendlich erhebt sich der Vorhang am Stadttheater Freiburg für Schauspiel, Oper oder Tanz – und die Künstlerinnen und Künstler stehen für rund 90 Minuten, aber manchmal auch schon für 3 ½ Stunden, im Rampenlicht. Doch wie viele Wochen Arbeit stecken von der ersten Probe bis zur Premiere? Wie entsteht eine große Bühnenproduktion und was machen die 350-400 Mitarbeiter tagsüber am Theater?

 

Schülerinnen und Schüler der Schule Birklehof schnuppern im Rahmen eines Inseltages am 18. Mai Theaterluft. Sie tauchen ein in eine Welt, die dem Publikum sonst verschlossen bleibt, erkunden in einer Theaterführung, was hinter den Kulissen geschieht, schauen einmal von der Bühne auf die Ränge und blicken in die Theaterwerkstätten.

 

In der Maske dürfen die jugendlichen Theaterbesucher einmal eine Sams-Nase aufsetzen oder einen Finger aus „die kleine Hexe“ in die Hand nehmen. Auf die Frage hin wie teuer eine komplett handgeknüpfte Echthaarperücke sei, lag keiner der Besucher mit seiner Schätzung richtig. Eine eigens für einen Schauspieler angefertigte Echthaarperücke kostet, je nach Haarlänge, zwischen 1.800,- und 3.000,- €. Weiter sorgte kleines Denkspiel für Erheiterung. Mit dem „Kleiderschrank des Theaters“ (also Damen-, Herren-, Hütte- und Schuhfundus) könnte man tatsächlich jede Besucherin und jeden Besucher eines voll ausverkauften SC-Spiels im Freiburger Fußballstadion eigens ausstaffieren.

 

Nach der Theaterführung sahen die Schüler abends das Theaterstück „der goldne Topf“, welches E.T.A. Hoffmann Ende des Jahres 1813 in Dresden zu schreiben begann. In einer Zeit während ihm vermutlich noch die Einschläge der Kanonenschüsse der napoleonischen Befreiungskriege in den Gliedern saß. Denn kurz zuvor erst waren die französischen Truppen abgezogen, vor seinen Augen waren Granaten eingeschlagen, Häuser zerstört und Menschen verletzt und getötet worden. Sogar das blutige Schlachtfeld der Freiheitskämpfe bei Dresden hatte Hoffmann mit eigenen Augen gesehen. Das Theater Freiburg allerdings verlegte die Handlung an einen konkreten Ort und auf einen konkreten Zeitpunkt: an einen Himmelfahrtstag im Dresden des frühen 19. Jahrhunderts.

 

Eines steht in jedem Fall fest. Von heute ab sehen die Schüler das Theater mit neuen Augen.

 

 

Foto: Der goldne Topf // Laura Nickel

Foto: Theaterführung // Bettina Steffens