Er trug ein Kupferbeil bei sich, als man ihn fand. Wie kam dieser Mann vor 5000 Jahren zu diesem Kupferbeil?

 

Gediegenes Kupfer fand man wohl nicht so oft. Welcher Zufall war da im Spiel? In manchen Alpenregionen und in Norditalien gab es grüne (und zuweilen auch azurblaue) Steine – Malachit – schön anzusehen. Doch was konnte man damit schon anfangen – ab ins Feuer mit ihnen!

 

Unabsichtlich, ahnungslos und ohne Plan.

 

Und so wurden diese schönen Steine, zusammen mit Bratgut im Holzfeuer „gegart“. Welch eine Überraschung, als nach dem Erlöschen der Glut ein rotglänzendes Metall in der erkalteten Asche entdeckt wurde.

 

Damit konnte man bestimmt etwas anfangen.

 

Das „Malachit-Bruzzel-Fieber“ hatte begonnen und reichte weit in die Bronzezeit hinein. Kupfer (und dazu später seine Legierungen) wurde zu einem der wichtigsten Gebrauchsmetalle und ist es bis heute geblieben.

 

Die diesjährigen +MINT-Stipendiaten und weitere Schüler aus der 9. Klassenstufe begeben sich im Rahmen des Chemieunterrichts und fächerübergreifend (mit NWT, G, Bio, Geo) auf die Spurensuche. Gelingt es, im selbstgebauten Stein-/Lehmofen Malachit zu „verhütten“ und daraus Kupfer (oder zumindest Kupferoxid) zu gewinnen?

 

Das Projekt „Ötzi und sein Kupferbeil“ beginnt Anfang Mai im Labor, findet seine Fortsetzung mit Ofenbau und Malachitverhüttung im Gelände der Schule Birklehof e.V. in Hinterzarten und endet abschließend mit einer Dokumentation vor dem Beginn der Pfingstferien.

 

© Vera Förschner, Chemielehrerin am Birklehof Hinterzarten, April 2018

 

 

plus-MINT Forschertage 2018 03