Die eigenen Stärken und die Gemeinschaft nutzen, um zusammen Ziele zu erreichen

Round Square International Conference 2017

Im Oktober 2017 nahmen Schülerinnen und Schüler des Birklehofs, begleitet von Schulleiter Henrik Fass und Birklehof Round Square Representative Oliver Bieber, an der Round-Square-Konferenz in Südafrika teil.

Auf der Konferenz, an der 160 Schulen teilnahmen, setzten sich vier Rednerinnen und Redner mit dem Thema der Konferenz „Unite to ignite the fire within“ auseinander. Konferenzteilnehmerinnen Clara und Lilly berichten:

Nach der Vortour sind wir zusammen nach Kapstadt geflogen. Dort ist auch Herr Fass zu uns gestoßen. Wir trafen zum ersten Mal auf die Delegierten aller 160 Round Square Schulen aus der ganzen Welt. Es war einfach unglaublich, so viel Internationalität und Offenheit auf einem Fleck zu erleben. Die ersten drei Tage der Konferenz verbrachten wir mit allen Delegierten zusammen in einem Messezentrum. Anschließend wurden wir auf drei Schulen aufgeteilt. Während diesen ersten drei Tagen verbanden vier Gastredner ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Konferenzthema „Unite to ignite the fire within“.

Der erste Gastredner war Ranger Lorne Sulcas. Er verglich die Verhaltensmuster von Raubkatzen in freier Wildbahn mit den Verhaltensmustern von Menschen in der Gesellschaft. Er erläuterte dies am Beispiel. In seinem Reservat hat er eine Leopardin beobachtet, die auf der Jagd war und schon seit Tagen nichts mehr zu essen hatte und dementsprechend hungrig war. Er folgte ihr und erlebte viele misslungene Versuche, Beute zu fassen. Schließlich legte sie sich vor einen Termitenhaufen. Das sind Haufen, die bis zu sieben Metern groß werden können und unter anderem das Jagdgebiet von Warzenschweinen sind. Die Leopardin wartete, bis das Schwein aus dem Hügel herauskam und konzentrierte sich beim Warten nur auf den Haufen und ignorierte zum Beispiel eine Antilope, die ein leichtes Ziel gewesen wäre. Durch ihre Geduld bekam sie das Schwein letztendlich leicht zu fassen. Lorne Sulcas hat uns durch viele solcher Beispiele Ziele und Methoden vermittelt, die wir auch auf unser Leben übertragen können. Damit wollte er uns klarmachen, wie viele Chancen wir verpassen, wenn wir uns ablenken lassen. Wir sollten lieber im Team auf dasselbe Ziel hinarbeiten und die Stärken von jedem nutzen.

Der zweite Redner war Dr. William Fowlds, ein Mann, der eine Nashornfarm betreibt und sich dafür einsetzt, dass gefährdete wilde Tiere geschützt werden. Er nimmt Nashörner auf, die ohne Unterstützung durch Menschenhand gestorben wären. Er hat uns alle durch Videos zu Tränen gerührt. Eines seiner Videos zeigte, wie ein Nashorn, das er großgezogen und wieder freigelassen hatte, halbtot und ohne Horn aufgefunden wurde. Das Horn war von Wilderern, die die Hörner nur aus Geldgier haben wollen, einfach abgeschnitten und das Tier verblutend zurückgelassen worden. Das Tier wurde schließlich von seinen Leiden erlöst. Durch das Video hat man eine emotionale Beziehung zu dem Nashorn aufgebaut und war dementsprechend über die Kaltblütigkeit mancher Menschen geschockt. Dr. William Fowlds ermutigte uns, aus unserer Komfortzone herauszutreten und unseren Zielen nachzugehen.

Auch der dritte Gast, Caleb Swanepoel, erzählte uns von seiner emotional berührenden Vergangenheit. Er war Surfer und Opfer eines Haiangriffes, bei dem er sein rechtes Bein verlor. Zu seinem Glück hatte er viele Leute, die ihn unterstützt und ermutigt haben, weiter zu machen. Heute surft er wieder mit Beinprothese und teilt seine Vergangenheit mit anderen, um diese zu ermutigen, nie aufzugeben. Durch seine Geschichte lernte er, dass es ein harter Weg sein kann, bis man an sein Ziel kommt, es sich aber am Ende lohnt. Heute sieht er sich nicht mehr als Opfer, sondern als Überlebender eines Haiangriffes.

Die letzte Sprecherin hieß Zolani Mahola und ist eine südafrikanische Sängerin der Band Freshlyground. Diese Band hat mit Shakira zusammen den WM-Song „Waka Waka“ aufgenommen. Zolani Mahola redete über die Einzigartigkeit jedes Einzelnen. Um uns dies zu vermitteln, sang sie uns selbstkomponierte Songs vor. Sie animierte uns dazu, wichtige Dinge aus unseren Leben weiterzugeben. Durch ihren Bericht von ihrer schweren Kindheit, die von Armut und Rassismus geprägt war, hat sie uns nahegebracht, dass wir nicht nur auf das schauen sollen, was andere haben, sondern dass wir aus dem, was wir schon haben, das Beste machen sollen.

Persönlich beeindruckt haben uns am meisten Dr. William Fowlds und Caleb Swanepoel, da die beiden ihre Geschichten am emotionalsten rüberbrachten. Da Dr. William Fowlds eine persönliche Beziehung zu den Nashörnern hatte, weinte er während seiner Präsentation selbst, was uns alle sehr traf. Auch Caleb Swanepoel berichtete uns alles bis ins Detail, sogar den Moment, als er gebissen wurde. Ich habe schon viel von Haiangriffen gehört, wurde aber noch nie so direkt damit konfrontiert.
Allgemein sprachen alle vier Rednerinnen und Redner über das bestmögliche Erreichen der eigenen Ziele und animierten uns dazu, zu uns selbst zu stehen und unsere Stärken und unsere Gemeinschaft zu nutzen. Alle vier Vorträge waren sehr eindrucksvoll und haben uns eine neue Sicht auf verschiedene Dinge gegeben.

Clara und Lilly, Klasse 11