Spezialförderung für den Nachwuchs in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik

Die Exzellenzinitiative „plus-MINT“ der Schule Birklehof e. V. ist mehr als nur eine pädagogische Herausforderung. Sie öffnet die Schule für ganz neue Entwicklungen, die sich auf viele andere Bereiche auswirken. Bislang haben sich insgesamt drei Schulen in Deutschland dem Verein zur Talentförderung angeschlossen, der das Programm bundesweit ausschreibt. Es ist zu erwarten, dass man zu den Bestandteilen und Hintergründen der zum Schuljahr 2017/18 eingeführten Talentinitiative in nächster Zeit viel hören wird.

Im Schuljahr 2017/18 beginnen allein am Birklehof 7 MINT-Schülerinnen und Schüler ab der neunten Klasse: 5 davon sind Stipendiaten, 2 sind Vollzahler. Bei dem vierjährigen Programm für besonders naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen und Schüler arbeiten Wissenschaft und Wirtschaft eng zusammen. Denn Ziel ist es, dass die jungen Leute ihre Talente optimal entfalten und später Verantwortung für die Gesellschaft im Bereich Forschung und Entwicklung übernehmen können. Das Programm wird bereits zum Start allgemein gut angenommen. Daher überdenkt die Schule schon jetzt, wie viele Schülerinnen und Schüler den Birklehof allein im Rahmen der Talentförderung in den kommenden Jahren besuchen sollen. Schließlich ist damit zu rechnen, dass sich jedes Jahr mehr interessierte Jugendliche für eine Aufnahme in die Jahrgangsstufe 9 bewerben werden. Doch wie viele der Bewerberinnen und Bewerber sollen an den Birklehof kommen und damit die Chance erhalten, mit Gleichgesinnten das Programm zu durchlaufen?

Die Planung des Projektes sieht vor, dass die Zahl der plus-MINT Schüler schrittweise aus maximal 14 anwachsen wird. Bedenkt man, dass diese Schüler die 4 Jahre bis zum Abitur am Birklehof bleiben verzeichnet die Schule somit einen Zuwachs von insgesamt 56 Schülerinnen und Schülern – zusätzlich zum bisherigen Schul- und Internatsbetrieb. Sollte das Programm also wie geplant ausgerollt werden, reichen die Internatsbetten für die Aufnahme der jungen Talente nicht mehr aus – daher wird ein Neubau unumgänglich. Die Realisierung eines Internatneubaus mit der damit verbundenen notwendigen Aufstockung der Zahl an Klassenzimmern, an Wohnungen für Hauserwachsene und Mitarbeiter sowie Internatszimmern mit der zugehörigen Infrastruktur benötigt wiederum mindestens 24 Monate Vorlauf. So verwundert es nicht, dass die Schule Birklehof bereits mit intensiven Planungsarbeiten für ein neues, größeres Gebäude mit 2 Klassenzimmern, 2 Wohnungen und 18 Internatsbetten beschäftigt ist.

Damit nicht genug, muss diese Investition im Umfang von 2 bis 3 Millionen € auch refinanziert werden. Keine kleine Hürde. Das „Plus-MINT Internatsstipendium“ eine Exzellenzinitiative im sogenannten „Need-blind-admission“-Verfahren ist, wie es an einigen wenigen amerikanischen Colleges und Universitäten eingesetzt wird. In diesem Verfahren werden im Zuge einer Auswahltagung die Interessenten mehreren Aufgaben und Tests unterzogen. Nur den besten Bewerbern wird schließlich ein Schulvertrag angeboten. Erst dann kommt die finanzielle Komponente ins Spiel: Zusammen mit den Eltern wird auf Basis von Familienstand, Vermögen und Monatseinkommen festgelegt, welchen finanziellen Beitrag diese für den Besuch des Programms leisten können. Es liegt dann an den Schulen im plus-MINT-Programm, die Differenz zwischen dem Regelbeitrag und dem Beitrag, den die Eltern leisten können, durch Fundraising zu gewinnen. Sicherlich wird die Schule Birklehof einige ihrer durch das Abitur frei werdenden Spendengelder in das plus-MINT Programm umlenken können, dennoch wird ein wesentlicher Erfolgsfaktor für dieses Programm sein, potentielle „Investoren“ so für „plus-MINT“ zu begeistern, dass diese bereit sind, ein solches Stipendium über jährlich 20.000 € zu spenden.

Hierbei konnten bereits erste Förderer gewonnen werden: So hat die „Gisela und Erwin Sick Stiftung“ aus Waldkirch die Übernahme eines plus-MINT-Stipendiums zugesagt, ebenso wie der „Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden e. V. (wvib)“, der im Namen seiner Mitgliedsunternehmen das „Stipendium der Schwarzwald AG“ vergeben hat. Die Schule hofft nun, dass sich weitere Großspender finden, die über die Unterstützung dieses exzellenten Ausbildungsgangs dazu beitragen, die große Herausforderung des „Nachwuchsmangels in den Naturwissenschaften“ für den Wirtschaftsstandort Deutschland anzugehen.

Damit sich überhaupt Gönner engagieren, müssen diese das Programm erst einmal kennenlernen. Aus diesem Grund wird der Birklehof am letzten Samstag der Herbstferien einen „plus-MINT Kongress“ veranstalten, zu dem hochkarätige Referenten zu einem Thema aus dem am Birklehof gewählten MINT- Schwerpunkt „Sensorik, Signalverarbeitung, Simulation“ bereits zugesagt haben.

Der erste Kongress findet am Samstag, 4. November 2017 um 9:00 Uhr unter dem Titel: „Internet der Dinge – undenkbar ohne Sensorik“ statt und bereits zur Auftaktveranstaltung konnten hochkarätige Referenten gewonnen werden. Nach der Kongresseröffnung durch die Kultusministerin Dr. Eisenmann und einer Einführung durch den IHK Präsidenten Dr. Auer werden u. a. Vorstandsmitglieder der testo AG, Professoren der Hochschulen Offenburg und Furtwangen sowie Wissenschaftler von Fraunhofer-Instituten und der Hahn-Schickard-Gesellschaft sprechen (die Anmeldung zur Teilnahme ist über die Internetseite www.birklehof.de unter Veranstaltungen möglich).

 

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