Die Honigbiene: eine tragende Säule in unserem Ökosystem. Sie sorgt nicht nur für leckeren Honig auf unserem Brot, sondern ist zudem auch eines der wichtigsten Nutztiere. Bienen bestäuben Blütenpflanzen und sorgen so dafür, dass viele Pflanzen blühen und Früchte tragen. Mit ihrer Bestäubungsleistung tragen die Honigbienen nicht zuletzt erheblich zur Artenvielfalt auf unserer Erde bei.

Leider müssen die Imker im Frühjahr immer öfter feststellen, dass ihre Bienenvölker den Winter nicht überlebt haben. Verschiedene Belastungsfaktoren schwächen die Bienengesundheit und führen immer wieder zu einem dramatischen Bienensterben. Parasiten setzen ihnen ebenso zu wie Pflanzenschutzmittel. Der Flächenverbrauch und eine intensive Landwirtschaft sowie die Anpflanzung von gentechnisch veränderten Monokulturen sind ebenfalls Ursachen, die den Bienen und allen anderen Insekten das Leben sauer machen. Unter anderem mit einer erschwerten Nahrungssuche.

Deshalb haben wir die Imker-AG am Birklehof ins Leben gerufen. Sie wird von Tanja Walker, Lehrerin für Französisch, Biologie und NwT, geleitet, die über ihr privates Interesse zu dem Hobby gekommen ist. Frau Walker ist fasziniert von der enormen Leistung, die die kleinen Insekten erbringen und ihrer äußerst intelligenten Arbeitsweise. Seit nunmehr zwei Jahren gibt es am Birklehof Bienen und die Imker-AG. In zwei Stöcken am Löschweiher wohnen zwei Völker. Im Winter zählt ein Volk zwischen 5.000 und 6.000 Bienen. Im Sommer sind es sogar ca. 60.000 Bienen pro Volk. Jetzt im Frühjahr legen die Königinnen fleißig Eier. Die Larven entwickeln sich schon toll und schlüpfen vermehrt. Und die Arbeitsbienen bringen schon fleißig Pollen. In jedem Pollen steckt reichlich Eiweiß und er dient als Nahrung für die Larven. Zusätzlich dürfen die Birklehof-Bienen immer auch ein bisschen von ihrem eigenen Honig als Nahrung behalten.

Unser Löschweiher ist ein idealer Standort für die Bienenstöcke, weil sie dort nah am Wasser sind und die Bienen so auch Wasser schlürfen können. Sie decken damit ihren Eigenbedarf an Flüssigkeit und bringen diese darüber hinaus den Putz- oder Baubienen in ihrem Stock mit, welche den Stock nicht verlassen. Zur Zeit dienen die Weidenkätzchen hauptsächlich als Bienennahrung, weil im Hochschwarzwald sonst noch nicht so viel wie unten in der Rheinebene blüht.

Je nach Wetterbedienungen und Pflanzenwuchs produzieren zwei Bienen-Völker zwischen 40-80 Kilo Honig. Über ein Refraktometer lässt sich der Zucker- und Wassergehalt des Honigs bestimmen. So lässt sich feststellen, ob es sich bei einer Sorte um Blüten- oder Waldhonig handelt. Für die Bestimmung eines ganz sortenreinen Honigs empfiehlt es sich allerdings, eine Probe in ein Bienen-Institut zu schicken.

Bevor sich ein Imker seinen Bienen nähert rüstet er sich mit einem ganz besonderen „Oufit“ gegen eventuelle Verteidigungsversuche seitens der Bienen: Anzug, Smoker und Stockmeißel. Dann kann die Arbeit losgehen.

Für eine Forschungsidee würde Frau Walker gerne noch mehr Bienenstöcke am Birklehof heimisch machen. Sie plant, mit ihrer Imker-AG eine Resistenzzüchtung zu betreuen – also eine Züchtung gegen die berüchtigte Varroa-Milbe. Daher ist sie bereits im Gespräch mit Imkern, die ihre Bienenvölker für das Forschungsprojekt zur Verfügung stellen würden. Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler die Entwicklung beobachten und die Milbenbelastung analysieren. Ein weiteres Ziel: die wesensgemäße Bienenhaltung. Hier geht es eher um die artgerechte Haltung und nicht um den Ertrag.

Für alle Interessierten: von Dienstag, 28. März bis Mittwoch, 29. März tagt die Internationale Bienenkonferenz in Berlin.

 

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