Broadway-Glamour in Hinterzarten

Der Andrang auf das Musical „Der Weltuntergang“ war groß. Zwei rundum gelungene Aufführungen hat das Musical-Ensemble der Schule Birklehof e. V. vor „ausverkauftem Haus“ mitreißend auf die Bühne gebracht. Heute Abend um 20.00 Uhr findet die dritte und letzte Aufführung statt, nach dem Theaterstück von Jura Soyfer und der Musik von Clemens Ummenhofer.

Rund 30 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 6 bis 12 spielten, sangen, tanzten und musizierten mitreißend und berührend unter der Leitung und Regie von Roman Babler, Eva-Maria Jacober, Mechthild Kanz-Uhrmeister, Gwendolyn Wellmann und Martin Zeidler. Der Edith-Picht-Axenfeld-Musiksaal war bis auf den letzten Platz ausgebucht und am Ende waren alle Gäste restlos begeistert.

Was das Stück auszeichnet? Nun, die Akteure, Musiker, Visagisten, Licht- und Tontechniker und viele Helfer mehr verstehen es sehr souverän, unterhaltsam und humorvoll zu tiefgründigen Gedanken anzuregen. Sie nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit und Menschheitsgeschichte, die von der Thematik aktueller nicht hätte sein könnte. Ein Komet droht die Welt zu zerstören. Die Menschheit steht vor der Apokalypse. Die Massen revoltieren und werden unterdrückt. Dennoch sind die Menschen so mit dem Leben beschäftigt, dass sie gar keine Zeit haben, sich auf ihr Ende vorzubereiten.

Die Birklehof-Inszenierung spielt ganz bewusst in einer modern-abstrakten Zeit. Das Bühnenbild ist puristisch und lebt von den Video-, Licht- und Ton-Effekten. Dabei bewegt das Stück nicht zuletzt durch die aktuelle politische und ökologische Brisanz, sondern auch durch Einzelschicksale, anhand derer gezeigt wird, wie jeder sich individuell auf den Weltuntergang vorbereitet, beziehungsweise diesen für sich ausblendet. Nicht zuletzt lebt das Stück natürlich durch die hervorragenden Einzelleistungen, stilgerechte Choregrafien, ein abgerundetes Bühnenbild und einem harmonischen Zusammenspiel zwischen Band, Sängern und Schauspielern.

Zusammen mit den Protagonisten tauchen wir ein in verschiedene Lebenssituationen. Wir werden beispielsweise Zeugen eines Liebes-Duetts, aber auch von diplomatischen Auseinandersetzungen, der Unterdrückung durch einen Diktator oder der exzentrischen Welt der Schönen und Reichen. Durch die abwechslungsreiche Musikstile und das multimediale Bühnenbild mit Leinwandübertragung wird das Publikum ergriffen von der Volksfeststimmung. Es swingt im Stile der 40er-Jahre mit oder macht sich auf in intergalaktische Sphären. Dynamische Choreographien, bravuröse Sologesänge und abwechslungsreiche Theatereinlagen untermalt von ausdrucksvoller Musik machen den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Bei aller Tragik nimmt das Musical doch noch einen positiven Ausgang. Je mehr sich der Komet der Erde nähert, desto mehr beobachtet er die Menschheit. Was der Komet von den Menschen sieht, weckt Nachsicht bei ihm. Er beschließt, die Welt zu verschonen. Eine Liebeserklärung an unseren Planeten, die trotzdem zum Nachdenken anregt. Gleichzeitig eine Hommage an den Schriftsteller, dessen Todestag sich am Tag der Premiere zum 78sten Mal jährte.

 

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(Fotograf Hanspeter Trefzer)