Das Feuer und den Ehrgeiz wecken – ABRSM Exams am Birklehof

Zum ersten Mal fanden am 15. November die ABRSM-Exams am Birklehof statt. Gut vorbereitet, erwartungsvoll und sichtlich nervös standen am Dienstag Johanna, Clara, Antonia, Joline, Victor, Sophie, Tabea und Katharina sowie zwei externe Teilnehmer mit ihren Instrumenten vor der großen Tür des Edith Picht-Axenfeld-Musiksaals.

abrsm-exams„Obwohl es 30 Minuten waren, hatte ich das Gefühl es ging extrem schnell vorüber.“, fand Johanna, deren Cellospiel in Grade 8 geprüft wurde und die zusätzlich einige Fragen zur Musiktheorie beantworten sowie Gehörübungen absolvieren und das Spielen unbekannter Stücke vom Blatt präsentieren musste.

Gwendolyn Wellmann, am Birklehof Lehrerin für Musik freut sich über diese Möglichkeit. Im letzten Jahr reiste sie mit 2 Prüfungskandidaten nach Bad Homburg zur Kronberg Akademie, um dort an den Prüfungen teilzunehmen. Ihr Wunsch ist es, den Birklehof neben München und Kronberg als weiteres Prüfungszentrum in Deutschland zu etablieren.

Jährlich nehmen weltweit etwa 630.000 Menschen aus 93 Ländern  an den Musikprüfungen des ABRSM (Associated Board of the Royal Schools of Music)  teil.  Im gesamten Commonwealth-Raum ist ABRSM eine gesetzte Institution. Wer an einer englischen Musikhochschule studieren möchte, muss sein Können mit mindestens Grade 8 oder einem äquivalenten Abschluss nachweisen können. Mehr und mehr etabliert sich das System des ABRSM auch in Europa, weil es vor allem auch eine fundierte musiktheoretische Ausbildung voraussetzt. „Für die Musikerinnen und Musiker selbst ist es ein gutes Ziel, sich auf ein ABRSM-Examen vorzubereiten und es ist eine gute Gelegenheit qualifiziertes Feedback zu erhalten.“, findet Gwendolyn Wellmann, die schon in England Schülerinnen und Schüler in den Fächern Gesang und Klavier auf die Examen vorbereitet und begleitet hat.

celloAm Birklehof gehört im MuK-Bereich die Musiktheorie seit 3 Jahren zum Lehrplan. Die Schülerinnen und Schüler werden, ihrem Vorwissen entsprechend, in zwei Gruppen aufgeteilt – unabhängig von ihren Jahrgangsstufen. Die Erfolge des Unterrichts zeigen sich deutlich. Besonders die Schüler, die in der 11. Klasse Musik als Abitur-Leistungsfach wählen, profitieren erheblich. Es muss dann viel weniger Zeit für das Vermitteln des musiktheoretischen Grundwissens aufgewendet werden, was die Schülerinnen und Schüler sehr entlastet. Wer nicht im MuK Bereich war, kann sich das Wissen jedoch sehr gut mithilfe der hervorragenden Schulungsmaterialien des ABRSM aneignen und wird von den Fachlehrern tatkräftig unterstützt.

Über ABRSM

ABRSM wurde 1889 gemeinsam von Sir Alexander MacKenzie, dem damaligen Direktor der „Royal Academy of Music“, und Sir George Grove, dem Direktor des „Royal College of Music“ und Herausgeber des „Grove Dictionary of Music and Musicians“ gegründet.

Zum Gründungsdirektorium gehörten unter anderem bekannte Persönlichkeiten wie die Komponisten Sir Arthur Sullivan und Sir Hubert Parry. „Was uns besonders am Herzen liegt, ist weniger die Verleihung wohlverdienter Urkunden … als die Möglichkeit, den Menschen etwas zu geben, auf das sie hinarbeiten können; Gelegenheiten, eng vertraut zu werden mit den feinsten Arten der Musikkunst, und Standards der Interpretation und eine Haltung von Gründlichkeit im Zusammenhang mit Musik zu wahren, die von fruchtbarstem Nutzen sein wird.“, so Sir Hubert Parry.

ABRSM ist nicht nur ein Prüfungsinstitut, sondern auch als einer der weltweit größten Musikverlage tätig.