Musical Becky Sharp – ein voller Erfolg

Im restlos  ausgebuchten Musikhaus wurde am Samstag, 4. Juni, Sonntag, 5. Juni sowie am Dienstag, den 7. Juni 2016 mit über 40 Schüler/-innen der Schule Birklehof  der Jahrgangsstufen 6 – 12 das Musical „Becky Sharp“ aufgeführt und vom Publikum begeistert aufgenommen. 

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Das Musical „Becky Sharp“  hat Claus Martin nach dem  Roman „Vanity Fair“ („Jahrmarkt der Eitelkeiten“) von William Thackeray, einer Satire auf die viktorianische Gesellschaft, gestaltet. Becky Sharp, von  bürgerlicher Herkunft, versucht in der Londoner High Society Fuß zu fassen.  Nach ihrem Abschluss an einer „Schule für höhere Töchter“, scheitern zunächst Beckys Versuche, durch eine vorteilhafte Heirat Anschluss an den Adel zu gewinnen. In einer von Neid und Eitelkeit geprägten Gesellschaft wird sie in ihrem Karrierestreben zunehmend skrupelloser…..
In der Birklehof – Inszenierung ist die komplette Story eingebettet in die Rahmenhandlung einer Casting Show, in der das Publikum auf geschickte Weise in den Kreislauf der Eitelkeiten mit einbezogen wird.

Das gelingt gleich am Anfang, wenn die überdrehte Moderatorin (Celine) ihre an Bohlen, Klum und Co. gemahnende Jury vorstellt,  die mit erniedrigenden Sprüchen, cool präsentiert von Albert, sächsisch empathisch von Julia und  gekonnt übersteuert von Eva, gnadenlos ihre Likes oder Dislikes verteilen.

Der Chor, der tänzerisch (Choreographie: Martin Zeidler) und gesanglich (Choreinstudierung: Gwendolyn Wellmann) mitreißend präsent ist, trägt die Aufführung, von der Rockballade über Funk/Soul Anklänge bis zum klassischen Rock-Style oder Brecht/Weillscher Songstilistik werden alle Facetten des Musical-Genres aufgerufen und von der Band (Justus, Niklas, Timo, Marco – Leitung und Piano: Roman Babler) kongenial unterstützt und weiterentwickelt.

In  den Duetten und Soli, die stimmsicher, differenziert und mitreißend vorgetragen werden, sind ebenfalls alle Register des Musicals geboten, vom romantischen Liebesduett bis zur burlesken Vaudeville-Nummer (Einstudierung: Eva Maria Jacober). Eine ausgeklügelte Lichttechnik unterstützt die Bühnenhandlung ebenso wie die sauber und professionell abgemischte Tontechnik (Samuel, Simon, Niklas, André, Micha , Frank)

Im Laufe des Stückes wandeln sich die jungen Mädchen aus dem Pensionat zu jungen Frauen aus der High Society, dieser Wandel vollzieht sich in den Chornummern und wird auf kluge Art  befördert von den Kostümen  (Eva-Maria Jacober ) und der Maske (Kathrin Hoh).

Das schauspielerische Leistung der Schülerinnen kann sich in dem stimmigen Regiekonzept (Mechtild Kanz-Uhrmeister) wunderbar entfalten. Liebevolle Details  helfen uns, die unterschiedlichen Charaktere zu erfassen und lieben/ oder hassen zu lernen. So drückt die resolute Lady Eleanor (schrill: Angela) ihrem romantisch veranlagten Sohn (gefühlvoll: Max ) so nebenbei die Tasche auf den Schoß.
Der verpeilte Baron Pit Crawley (intensiv: Frederik ) spielt mit einem ferngesteuerten Auto, die Internatsleiterin  Miss Chiswick (streng, mit differenzierter Mimik: Marie-Christin) bedient sich ihrer Assistentin (subversiv: Emma) als Pult. Gegensätze  unterschiedlicher Charaktere, wie zwischen der exaltierten Amelia (einfallsreich: Polina) und dem introvertierten Joseph (laid back: Raphael) werden deutlich und bereiten das Spielfeld für Becky Sharps Intrigen und Kämpfe.

Ihr Dilemma, Karriere um jeden Preis einerseits und die Ausweglosigkeit und Unerbittlichkeit der Gesellschaft andererseits (authentisch: Johanna) wird  dem Zuschauer im Schlussbild dann richtig klar, wenn im Stil einer Castingshow die Verlierer  „ausgevotet“ werden.

Hier ist der Zuschauer auf perfide Weise wieder selbst Teil der Maschinerie und bei aller Begeisterung über die wunderbare und stimmige Aufführung läuft ihm ein kalter Schauer über den Rücken.

Auch die Badische Zeitung berichtet über unser Musicalprojekt. Hier können Sie den Beitrag lesen.


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