Mit großem Interesse lesen wir den Artikel über die deutsche Internatslandschaft in der ZEIT Nr. 10 vom 25.02.2016

Die Autorin setzt sich kritisch mit der Situation der Internate auseinander und versucht den für manche Schule dramatischen Rückgang der Schülerzahlen zu erklären.

Angelika Dietrich stellt ganz richtig fest, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler an deutschen Internaten in den letzten Jahren um 20% gesunken ist – bei uns am Birklehof sind es erfreulicherweise nur 14%.

Weniger Kinder = weniger Schüler

In den letzten 10 Jahren sind laut Statistischem Bundesamt die Schülerzahlen deutschlandweit um 11% gesunken. Die öffentlichen Schulen sind von diesem Rückgang in gleichem Maß betroffen wie die privaten.

Wir bekommen den demografischen Wandel ebenso deutlich zu spüren, wie damals die Einführung des G8-Gymnasiums. Als Privatschule macht sich das sofort in den Umsatzzahlen bemerkbar, ist jedoch keine Überraschung. Wir haben uns schon bei G8 langfristig darauf eingestellt und tun dies jetzt auch.

Eine zukunftsfähige Pädagogik

Als Schule entwickeln wir uns und unsere Angebote stets weiter. Marktfähig und gleichzeitig bestens positioniert zu sein bedeutet für uns aus unserer starken Tradition heraus eine zeitgemäße und zukunftsfähige Pädagogik zu leben. Unsere Bildungsangebote für die Orientierungsstufe – bei uns sind das die Klassen 5 bis 7 – sind darauf ausgerichtet, den Kindern möglichst viele Wege zu öffnen. In der Profilstufe –  also in den Klassen 8 bis 10 –  brauchen die Heranwachsenden mehr und mehr Herausforderungen. Wir bieten ihnen diese in den schulischen Fächern unter anderem im Bereich Technik. Mit plus-MINT schaffen wir uns eine Positionierung, die wir mit dem Hochbegabten-Internat St. Afra in Meißen und der Stiftung Louisenlund in Güby an der Schlei teilen.
Innerhalb dieser Positionierung sehen wir uns nicht als Konkurrenten, da wir mit dem Bereich Technik nur einen Teil des umfassende MINT Gebiets abdecken werden und die beiden anderen Schulen, eigene Schwerpunkte setzen.

BlaeserklasseDer Birklehof hat außerdem aus seiner Tradition heraus einen festen Stand im Bereich der Musik. Wir nehmen die international anerkannte Musikprüfung der Organisation ABRSM (Associated Board of the Royal Schools of Music) ab und sind regelmäßig bei Musikwettbewerben vertreten.

Im außerschulischen Bereich finden die Schülerinnen und Schüler Herausforderungen im Sport und bei den vielen Diensten und AGs.

In den Klassen 11 und 12 der Oberstufe werden unsere Schülerinnen und Schüler gezielt auf das Abitur und eine akademische Laufbahn vorbereitet. Sie lernen akademische Arbeitsweisen kennen, die ihnen den Übergang erleichtern und nutzen unser umfassendes Berufs- und Studienberatungsangebot. Gerade weil die Zeit vor dem Abitur eine sehr intensive und fokussierte Zeit ist, legen wir großen Wert auf einen ganzheitlichen Ausgleich. Aus diesem Grund gehören auch in der Oberstufe AGs und Dienste zum Tagesablauf.

Internate bieten eine umfassendere akademische Bildung

 

„Die Internatszeit war für mich ein großes Geschenk.“ Sätze wie diese hören wir immer wieder von unseren Altbirklehofern und auch aus anderen Internaten. Doch was ist dieses Geschenk und was macht gute Internatsschule aus? Was dürfen Internatsschüler für ihre Zukunft mitnehmen, was anderen versagt bleibt?
Eine von vielen Antworten darauf, ist unser hoher Anspruch an Bildung. Unser Ziel ist es, junge Menschen zu verantwortungsvollen und kritisch denkenden Bürgern mit einer hohen Führungsbereitschaft auszubilden. Ein weiterer Punkt findet sich mehr auf der persönlichen Ebene und wird durch den starken Zusammenhalt im Internat gebildet: In einer überschaubaren Schulgemeinschaft wie dem Birklehof, kann man den täglichen und auch notwendigen Konflikten nicht ausweichen. Man muss sie lösen, denn man lebt miteinander. Hier lernen die Jugendlichen konstruktiv Debatten zu führen und um Lösungen und Kompromisse mit Argumenten zu ringen.

6625_Brklehof_Wohnsituation_Sep15Auch Freundschaften erreichen eine größere Tiefe, da sie hier intensiver gelebt werden und im Zusammenleben öfter auf den Prüfstand gestellt werden. Diese Erfahrungen begleiten unsere Schüler durch das gesamte Leben. Im Internat lernen Kinder und Jugendliche füreinander einzustehen und sich gleichermaßen für die eigenen Grenzen einzusetzen.

Was Eltern ihren Kindern wünschen

Welche Eltern geben ihre Kinder auf ein Internat? Sind es wirklich nur „die Reichen“ oder wie die ZEIT befindet „die Erziehungsversager“?

An diesem Punkt haben wir das starke Bedürfnis, uns ganz deutlich vor die Eltern zu stellen, die uns ihre Kinder anvertrauen und uns damit in die Pflicht nehmen:
Wir unterstellen, dass Eltern grundsätzlich das Beste für ihre Kinder wünschen und dies nach Kräften umsetzen. Doch ist dies nicht allen Eltern immer möglich. Sie sind selbst oft stark in ihren Berufen gefordert, viel im Ausland unterwegs, sind alleinerziehend oder müssen schwere Schicksalsschläge verarbeiten. Sie plagen sich mit Gewissensbissen, dass sie ihren Kindern nicht die Präsenz und Zuwendung geben können, die sie benötigen und verdienen. Es gibt Eltern die belassen es dabei und überlassen die Kinder sich selbst.

Andere Eltern nehmen Hilfe von außen in Anspruch und wählen als einen möglichen Weg das Internat. Und falls sie nicht die nötigen finanziellen Mittel bereitstellen können, werden sie, wenn möglich durch Fördermaßnahmen und Stipendien unterstützt. Wie sehr dieser Schritt zur Familienharmonie und der positiven Kindesentwicklung beitragen kann, haben wir schon oft mit großer Freude erleben dürfen.

Stiftungen, Stipendien und Förderprogramme

Interessant finden wir, dass sich bei der Auswahltagung der Dornier-Stiftung jedes Jahr wesentlich mehr begabte Schülerinnen und Schüler bewerben als Plätze vorhanden sind. Auch beim plus-MINT Stipendium zeichnet sich das deutlich ab. Wir sehen an unseren Dornier-Stipendiaten, dass sie alle sehr leistungsorientiert sind und über hohe soziale Kompetenzen verfügen. Sie möchten die Chancen eines Internatsbesuchs nutzen, um ihren Lebensweg schon in jungen Jahren selbst zu gestalten. Unsere Schülerinnen und Schüler können bei uns Bildungs- und Freizeitangebote wahrnehmen und sich in einem Maß im sozialen Leben üben, wie es ihnen öffentliche Schulen nicht bieten können.

Besonders Familien aus ländlichen Räumen haben oftmals nicht die Schulen zur Verfügung, die ihre Kinder brauchen. Sei es, dass die Klassengrößen nicht ideal sind oder die fachlichen Schwerpunkte nicht den Talenten des Kindes entsprechen. Gründe gibt es viele.

Ich will ins Internat!

Häufig äußern Kinder von sich aus den Wunsch, in einem Internat zur Schule zu gehen. Sie müssen ihre Eltern erst einmal von dieser Möglichkeit überzeugen. Die sind vielleicht erst einmal gar nicht begeistert davon, ihre Kinder in fremde Hände zu geben und sie nicht mehr am gemeinsamen Frühstückstisch sitzen zu haben. Welche Gründe auch immer dazu führen, dass Eltern und Kinder sich für ein Internat wie den Birklehof entscheiden –  wir sind fest davon überzeugt, dass wir mit unseren Bildungsangeboten die Schullandschaft in Deutschland um ein wichtiges Angebot bereichern.

Dass wir uns als gemeinnützige Privatschule selbst tragen und ein Wirtschaftsunternehmen sind, ist vielleicht nicht jedem bewusst. Wir erhalten staatliche Förderungen, die jedoch den tatsächlichen Bedarf bei weitem nicht decken. Daher sind wir als Schule – auch wenn es auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint – sehr aktiv im Marketing.
Wir schreiben Newsletter, unterhalten einen Blog, machen Pressearbeit, sind bei Facebook aktiv und veranstalten Infotage, zu denen wir Sie und Ihre Kinder gern einladen, damit Sie uns und unsere Arbeit kennenlernen können. Die nächste Gelegenheit hierzu bieten wir Ihnen zum Infotag am 18. Juni 2016.

Hier geht´s zum ZEIT-Artikel: http://www.zeit.de